WLAN in Bussen – 8 Fragen an Prof. Beat Stettler

 

1.       Wie funktioniert Ihr WLAN-Angebot in Reisecars?

Der Passagier verbindet sich ohne Eingabe eines Passwortes mit dem WLAN des Reisebusses. Nach einer (aus rechtlichen Gründen) notwendigen einmaligen Registrierung erhält der Passagier Internetzugriff. Die Wahl der „Geschäftsmodelle“ steht dem Car-Unternehmen völlig frei:

-        Kostenloser Zugang ohne Einschränkung

-        Kostenloser Zugang mit Einschränkungen (limitierte Nutzungsdauer, verfügbare Bandbreite oder verfügbares Datenvolumen usw.)

 

Auf Wunsch können z.B. durch den Chauffeur oder per Kreditkarte kostenpflichtige „Upgrades“ verkauft werden, welche mehr Bandbreite, mehr Datenvolumen oder eine längere Nutzungsdauer ermöglichen.

 

 

2.       Wovon hängen Stabilität und Surfgeschwindigkeit ab?

Die Stabilität und die Geschwindigkeit der Internetverbindung können durch die gleichzeitige Verwendung mehrerer Mobilfunknetze (z.B. Swisscom parallel zu Sunrise) verbessert werden. So können allfällige Funklöcher eines Netzes besser überbrückt werden.

 

 

3.       Wie sicher ist das Surfen?

Das Surfen im Internet ist so sicher wie im WLAN zu Hause. Zusätzlich werden unangemessene Inhalte gefiltert und können im Bus nicht konsumiert werden.

 

 

4.       Wie ist die Strahlenbelastung für die Fahrgäste?

Die Strahlenbelastung durch Funkwellen hängt stark vom Abstand des verwendeten Gerätes zum Körper ab. Die durch ein Handy abgestrahlte Leistung ist bei WLAN zudem über 50 Mal schwächer als beim Telefonieren über das Mobilfunknetz. Die mit Abstand grösste Strahlenbelastung erfährt der Mensch daher beim Telefonieren mit dem Handy am Kopf.

 

 

5.       Was passiert, wenn der Bus die Landesgrenze überschreitet? Führt das zu höheren Kosten?

Hier sind verschiedene Lösungen möglich:

-        Ausschliessliche Verwendung von Schweizer Netzen (kein Roaming)

-        Verwendung eines auch im Ausland unlimitierten Angebotes (z.B. für ca. CHF 80.- / Monat möglich)

-        Verwendung einer ausländischen SIM-Karte, die bei Fahrten ins Ausland automatisch verwendet wird

 

6.       Lohnt sich WLAN auch für kleine Flottenbetreiber?

Für den Gast ist WLAN heute genauso selbstverständlich wie sicheres Fahren, eine freundliche Begrüssung oder eine saubere Toilette. Fernbusse und die meisten grösseren Car-Unternehmen bieten bereits WLAN an. Um konkurrenzfähig zu bleiben, ist WLAN heute daher ein Muss.

 

 

7.       Warum sollte man heute dennoch WLAN in Reisecars anbieten, wo doch fast alle Leute über ein Abonnement verfügen?

Die Karosserie des Fahrzeuges dämpft Signale sehr stark – das heisst es kommen nur noch schwache Signale beim Passagier im Bus an. Unser Bus-WLAN verfügt über eine Dachantenne, die den Empfang massiv verbessert und damit bei den Passagieren zu höherer Geschwindigkeit und damit zu einem viel besseren Surf-Erlebnis führt. Zudem verfügen ausländische Touristen und meist auch junge Leute selten über ein „Flat Rate“-Angebot, weshalb sie wo immer möglich das WLAN nutzen. So steigen denn die Nutzerzahlen auch heute noch in den meisten Hotspots.

 

8.       Denken Sie, dass WLAN künftig immer öfter installiert wird, oder ist dieser Trend rückläufig?

Wir erlebten in den letzten 2-3 Jahren einen richtigen Boom – immer mehr Unternehmen rüsten ihre Busse mit WLAN aus. Allein unser Unternehmen betreibt heute in der Schweiz über 2‘500 WLAN-Hotspots in Bussen.

 

 

 

*Quelle: Auszug des Interviews aus dem STR-Magazin April 2019 von ASTAG